Eichhörnchen füttern: Wie Balkon und Garten zum Eichhörnchen-Paradies werden

Eichhörnchen füttern in Balkon und Garten

Was gibt es Schöneres im Winter, als nach einem ausgiebigen Strandspaziergang zurück ins warme Haus zu kommen? Während wir es uns an kalten Wintertagen drinnen besonders gemütlich machen, müssen Andere raus: Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf und der Hunger treibt sie aus ihrem Kobel. 

Vielleicht habt ihr es schon einmal im Wald, Park oder Garten beobachtet – Anfang Herbst beginnen die kleinen Nager unzählige Vorräte für den Winter anzulegen. Dafür vergraben sie Nüsse an verschiedenen Stellen im Boden. Ist der Boden nun vereist oder von einer dicken Schneedecke bedeckt, wird es für sie besonders schwierig. Hier könnt ihr ihnen helfen, indem ihr zusätzliche Futterstellen aufstellt. Auch wenn wir natürlich besonders gern die niedlichen Eichhörnchen füttern und beobachten, ist damit auch anderen Wildtieren geholfen – wie zum Beispiel Vögeln, die über den Winter hier oben im Norden bleiben. 

Wann sollte ich Eichhörnchen füttern?

Eichhörnchen im Sommer zu füttern ist normalerweise nicht nötig. So empfehlen Experten, nur im Winter zusätzliches Futter anzubieten. Ihr könnt also schon im November oder Dezember Futter aufstellen. Hier kommt es ganz darauf wann, wann der Boden beginnt zu frieren oder der erste Schnee fällt. 

Im Dezember heißt es dann für die Eichhörnchen Paarungszeit und nur 38 Tage später wird der erste Wurf im Kobel geboren. Spätestens im Januar/ Februar solltest du also mit der Fütterung beginnen. Ab Anfang Februar geht nämlich vor allem das Weibchen auf Futtersuche. Um die Jungen säugen zu können, braucht sie selbst viel Futter. Ist dann alles gefroren, verschneit oder sind durch Winterarbeiten in Gärten und Parks viele Futterstellen verschwunden, wird der Winter zur echten Herausforderung.

Eichhörnchen füttern in Balkon und Garten

Die richtige Mischung: Eichhörnchen füttern mit Nüssen, Obst & Wasser

Eure Eichhörnchen-Futterstation sollte sich ganz an der natürlichen Ernährung der kleinen Nagetiere orientieren. Hier kannst du dich zwischen fertigen Futtermischungen oder DIY-Eichhörnchenfutter entscheiden. Futtermischungen findest du zum Beispiel hier:

Eichhörnchenfutter selber machen

Willst du Eichhörnchenfutter selber machen, kannst du einfach Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Bucheckern, Esskastanien und Eicheln mit getrocknetem oder frischem Obst mischen. Auch kleine Karottenstücke oder Mais sind ein beliebter Leckerbissen. 

Achte bei gekauften Produkten darauf, dass das getrocknete Obst nicht gezuckert oder die Nüsse nicht gesalzen sind. Du gehst gerne im Wald spazieren? Jetzt kannst du Eicheln, Bucheckern oder Esskastanien einfach selber sammeln! Hier zeigen wir euch, wie ihr außerdem Vogelfutter selbst herstellen könnt:

Wichtig beim Eichhörnchen füttern: Wer füttert, sollte auch Wasser geben. Auf dem Balkon oder im Garten neben die Futterstelle einfach eine Schale mit Wasser stellen. Futter- und Wasserstellen sollten regelmäßig auf Schmutz oder Schimmel kontrolliert werden – einmal grob auswischen reicht.

Die Eichhörnchen Futterstelle

Auch was die Futterstation angeht, könnt ihr euch zwischen fertigen und selbst gebauten entscheiden. Schöne Futterstationen findet ihr hier:

Die Futterstelle kann am Balkon oder hoch oben in einem Baum angebracht werden. Es sollte auf keinen Fall ebenerdig Futter angeboten werden – hier sind gerade junge Eichhörnchen leichte Opfer für Hauskatzen. 

Wenn du einen Garten hast, sollte das Futter weit vom Haus entfernt aufgestellt werden. Ihr könnt sie trotzdem beobachten, so gewöhnen sie sich aber nicht zu sehr an euch. Sie verlieren nämlich schnell ihren natürlichen Fluchtinstinkt – daher sollte auch beim Aufstellen von Futterschalen auf aus-der-Hand-füttern auf jeden Fall verzichtet werden. Ihr tut ihnen damit nichts Gutes! Zudem sollten ihre Krallen und Zähne nicht unterschätzt werden. Stellst du ein großes Vogelhaus auf, können Vögel und Eichhörnchen gemeinsam fressen.

Eichhörnchen füttern in Balkon und Garten

Bild von Kuma Kum

Eichhörnchen angelockt und dann? Euer Garten als Eichhörnchen-Paradies

Mit dem zusätzlichen Futterangebot wird ein Garten natürlich immer spannender. Lockt ihr sie an, solltet ihr also auch auf einen Eichhörnchen-sicheren Garten achten. 

Die größte Gefahr stellen große Regentonnen dar – übrigens auch für Vögel, Mäuse und andere kleine Tiere. Die einfachste Lösung ist einen Ast oder ein Brett schräg in die Tonne zu legen, sodass die Tiere einfach wieder rausklettern können. So können die Tiere auch weiterhin Regenwasser aus der Tonne trinken. Ansonsten kann auch ein engmaschiges Netz über die Tonne gespannt oder einfach die Tonne mit einem Deckel verschlossen werden. 

Gefährlich sind auch Ratten- oder Mäusegift, Schneckenkorn oder chemische Dünger – die jedoch leicht gegen natürliche Varianten ausgetauscht werden können. Denn auch Igel, Waschbären, Katzen und alles andere, was durch eure Gärten streicht, sind gefährdet.

Wer den eigenen Garten besonders attraktiv machen will, kann einen Kobel oder Nistkästen in den Baum hängen. Ihr könnt entweder einen Nistkasten kaufen oder einen Starenkasten mit größerem Eingang bauen. Vielleicht lockt ihr hier sogar andere Wildtiere wie Fledermäuse, Schleiereulen oder Waldohreulen an – sie alle sind auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen, was gerade in der Stadt immer schwieriger wird.

Tiere im Winter füttern: So geht’s nachhaltig

Langfristig ist es zudem sinnvoll, den Garten naturnah zu gestalten und Haselnuss- und Beerensträuchern oder Obstbäume zu pflanzen. So finden die Tiere auf ganz natürliche und nachhaltige Weise ihr Futter und Nistmöglichkeiten selbst. In der Stadt oder in Neubaugebieten gibt es oft jedoch nicht genug Futterangebot oder alten Baumbestand zum Nisten – Füttern und Nistkästen sind hier also besonders sinnvoll. Tiere, die keinen Winterschlaf halten, haben es in kalten Wintern aber generell schwer, Eichhörnchen füttern wird deshalb empfohlen. Da die Tiere immer viele Futterstellen gleichzeitig nutzen, sollten sie sich also nicht zu sehr an euch gewöhnen.

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Für alle echten Nordlichter zählt meine Berliner Heimat wahrscheinlich schon als Süden, ich bin aber liebend gern im Norden unterwegs. Am liebsten zum Wandern und Zelten in Schweden. Mit ihrem Blog inspirieren Annika und Larissa mich immer wieder, mir auch die alltäglichste Entscheidung bewusst zu machen. Und da bin ich gerne ein kleiner Teil von.
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2 Gedanken zu „Eichhörnchen füttern: Wie Balkon und Garten zum Eichhörnchen-Paradies werden

  1. Vielen Dank Louisa für diesen sehr informativen Bericht. Ich wohne im Zentrum von Kiel und habe einen kleinen Balkon, aber noch kein Eichhörnchen! Kann ich es durch Futter anlocken? Ich würde so gerne eines mit ihren Jungen durch den Winter bringen! Mit lieben Gruss aus Kiel von Kristina

    1. Liebe Kristina, du kannst auf jeden Fall Futter aufstellen. Wenn Eichhörnchen in deiner Nähe leben, werden sie es sicher irgendwann entdecken. Ich habe zum Beispiel vor Kurzem ein Vogelhaus an meinem Fenster aufgehängt und nach ein paar Tagen waren die ersten Vögel da. Jetzt kommen sie jeden Tag. Da sie die Futterstelle erstmal finden müssen, sollte man das Futter nicht erst bei Schnee aufhängen, sondern schon vorher. Und auch wenn bei dir vielleicht keine Eichhörnchen unterwegs sind, hilfst du auf jeden Fall den Vögeln damit. Schreib uns gerne nochmal, wenn wirklich Eichhörnchen zu dir auf den Balkon kommen:) Liebe Grüße aus Berlin!

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